Geschichte ab 1877

Die Geschichte des Löschzuges Weidenau beginnt im Jahre 1877. Anstoß zur Gründung der Wehr war ein schwerer Brand in der Münkerstrasse Anfang 1877.

Es wurde die Gründung einer eigenen Wehr von der Bürgerschaft ins Auge gefasst und ausführlich besprochen. Trotz des öffentlichen Notstandes wegen der ständigen Brände in der Stadt Siegen, wurde die Idee einer neuen Feuerwehr nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen.

Dank des unermüdlichen Einsatzes des Vorstandes kam es am 04.06.1877 schließlich zur offiziellen Gründung des Löschzug Weidenau.

Dieses war zu Anfang mit 3 Spritzen und einem Zubringer älterer Konstruktion ausgestattet. Ende des Jahres zählten die Freiwilligen Feuerwehren bereits 76 Mitglieder.

Im Jahr 1878 erfolgte der Bau eines aus Holz bestehenden Steigerturms an der Sandstraßen Brücke, der sogenannten „Enke“.

 

1881 sah es für die Wehr nicht gerade rosig aus, da es an Mitgliedern fehlte.

Ein dringender Appell an die Öffentlichkeit wurde von Erfolg gekrönt – 33 neue Mitglieder traten der Feuerwehr noch im selben Jahr bei.

Im Jahre 1884 erließ die Gemeinde jedem Feuerwehrmann 40 Pfennig pro Übung.

1894 wird erneut ein Steigerturm errichtet, diesmal jedoch aus Eisen statt aus Holz. Grund dafür war die noch immer existierende städtische Notsituation, welche von Hauseinstürzen, Wassernot, Bränden und anderen katastrophalen Zuständen geprägt ist.

1897 wird die Wehr in drei verschiedene Bezirke eingeteilt.

Im Jahre 1898 kommen zu der Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr noch ein neuer Zubringer und eine Schlauchbrücke dazu.

Das neue Jahrhundert begann sehr zufriedenstellend. 1900 erbaute man für 5000 Mark an Stelle des alten Spritzenhauses ein neues Spritzenhaus an der Siegstrasse, welches am 13.10.1900 eingeweiht wurde.

Zu den neuen Gerätschaften kamen eine mechanische Leiter und ein Schlauchwagen.

1901 wird die Wehr in insgesamt drei Löschzüge eingeteilt.

1902 feiert die Wehr ihr 25-jähriges Jubiläum im Zusammenhang mit einer Fahnenweihe.

In 1902 bestand die Ausrüstung bereits aus einer mechanischen Leiter, einem Zubringer, der Spritze 2 und 3 und alle diese auf dem neuesten Stand der Technik. Zusätzlich noch die Spritze 4 einer älteren Konstruktion, drei Schlauchwagen, einem Gerätewagen für den Steigerzug, 1200m gummierte Hanfschläuche, eine Schlauchbrücke sowie einem Rettungssack.

In 1905 wurde die Ausrüstung komplettiert, indem man ihr zwei neue Schlauchwagen und zwei Steigerwagen beifügte.

Nun war die Wehr so ausgerüstet, dass diese jedem möglichen Ernstfall begegnen konnte.

1912 erfolgte der Bau des Steigerturms am Bismarkplatz und eines neuen Gerätehauses für den 2. Der drei Löschzüge in der Wilhelmstrasse.

In den Jahren 1914-1915 werden Insgesamt 60 Kameraden zum Kriegsdienst einberufen.

1916 führte man auf Grund von Personalmangel die Pflichtfeuerwehr ein und schloss mit der Gemeinde Boschgotthardtshütten einen Vertrag, in der sich beide auf Löschhilfe verpflichteten.

Am Ende des 1.ten Weltkriegs 1918 zählte die Feuerwehr bereits wieder 118 Mitglieder.

1919 erfolgte die Anschaffung einer bespannten vierrädrigen Drehturmleiter.

1925 hatte man im Amtshaus eine automatische Feuermeldeanlage installiert, mit deren Hilfe die Wehr schneller reagieren und handeln konnte als jemals zuvor.

Zwei Jahre darauf feierte die Freiwillige Feuerwehr Weidenau in den Tagen vom 18. bis 19. Juni 1927 ihr 50jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 136 Mann in ständiger Bereitschaft

Aus den folgenden Jahren bis 1945 ist in unserem Archiv so gut wie nichts geblieben und die Geschichte unvollständig….

So wäre es hier an der Zeit den Leser dazu aufzurufen,uns hier ,wenn möglich, Bildmaterial oder anderes aus diesem Zeitraum für die Aufarbeitung der bis hier erfolgreichen Geschichte zu Verfügung zu stellen! Melden Sie sich einfach über das Kontakformular bei uns!

Es ist uns jedoch aus dem Zeitraum 1939-1945 bekannt, das der Löschzug während des 2. Weltkrieges unermüdlichen Arbeitseinsatz und viel Arbeitswillen leistete. Die Gerätschaften stellte man dem Sicherheits- und Hilfsdienst zur Verfügung.

In 1942 ist uns bekannt das man den Löschzug mit zwei motorisierten Geräten, einem LF15 und einem LF8 erweiterte.

In den letzten Kriegsjahren wurde die Freiwillige Feuerwehr Weidenau nicht nur in Weidenau zur Feuerbekämpfung und zu Brandschutzarbeiten eingesetzt, sondern auch in Kassel und Frankfurt. Die Kameraden arbeiteten hier bis zu 36 Stunden ohne Ablösung!

Nach Kriegsende ließ das Interesse an der Feuerwehr stark nach, doch dank beständiger Kameraden konnte erneut eine einsatzfähige Wehr geschaffen werden. Dazu beigetragen hatten auch einige tapfere Kameraden, welche während des Krieges die beiden Löschfahrzeuge im Hauberg versteckt gehalten hatten.

1947, in dem Hochwasser- und Brandkatastrophenjahr, leistete die Wehr bereits wieder hervorragende Arbeit.

1952 feierte man das erfolgreiche 75. Jubiläum.

1955 reichte die Feuerwehr eine Beschwerde an die Stadt ein, in der es um den schlechten Zustand der Alarmeinrichtung, des LF 8 und des Gerätehauses 2 in der Aleestrasse ging.

Im selben Jahr erfolgte erstmals die Anschaffung eines TLF 16 (Tanklöschfahrzeug mit 1600 l Pumpe und 2400 l Wassertank).

Ein Jahr später kommt es am 12 September 1957 nach mancherlei Komplikationen zum Einzug in das neue Gerätehaus am Stockweg und so hat das alte Gerätehaus in der Siegstrasse nach 57 Jahren ausgedient und wurde abgebrochen.

 

Die offizielle Schlüsselübergabe des damaligen Bürgermeisters erfolgte am 15, Oktober 1957.

Von 1960 bis 1964 kommt es zu insgesamt fünf Neuanschaffungen:

– Ein neues LF16 (neuester Bauart)

– ein Rüstkraftwagen GW1 und ein GW2

– ein Pulverlöschanhänger PL 250

– ein Preßluftatmer PA 58

 

Am 1. Juli 1965 erfolgte die Gründung der Stadt Hüttental. Die einzelnen Ortsfeuerwehren schlossen sich zu Löschzügen innerhalb der Gesamtwehr Hüttental zusammen, die Wehrführer ernannte man zu Löschzugführern.

Im selben Jahr wird die Ausrüstung der Feuerwehr Weidenau um zwei neue TLF8 erweitert.

 

1967 feiert die Wehr ihr 90 jähriges bestehen u.a. mit einem „Tag der offenen Tür“.

1974 wird ein neues TLF 16 angeschafft.

 

Am 1.ten Januar 1975 wurde die erst vor knapp 10 Jahren gegründete Stadt Hüttental nach Siegen eingemeindet. So wurde aus der Feuerwehr Weidenau der Löschzug Weidenau der Freiwilligen Feuerwehr Siegen.

 

1977 feiert der Löschzug Weidenau sein 100jähriges Jubiläum

 

Die letzten 35 Jahre sind geprägt durch Veränderungen  in den Gesetzlichen Rahmenbedingungen, neuen Fahrzeuge, neuer Technik.

Großfeuer in der Lüneburger Heide haben sogar Auswirkungen auf den Löschzug Weidenau:

Mehrere Wochen brennt es dort und es zeigt sich, das die deutschen Feuerwehren in Struktur und Ausrüstung nicht für solche Großschadenslagen geeignet waren.

Der Bund beginnt einen Katastrophenschutz aufzubauen in den auch die Feuerwehren mit Einheiten enthalten sind. Man entwickelt Lösch- und Rüstfahrzeuge, die über das ganze Land Verteilung finden.

So auch beim Löschzug Weidenau, der Anfang der 80ziger Jahre zum 1.ten Löschzug Rettung (LzR) im Regierungsbezirk Arnsberg eingebunden wird.

 

1984 wird für den 1.ten LzR das nun mittlerweile genau 20jahre alte LF16 ausgemustert und durch ein LF 16 TS jener Bundesanschaffung ersetzt.

1989 findet ein weiterer Fahrzeugaustausch aus Bundesbeschaffung statt. Der nun fast 30jahre alte GW2 wird durch ein Rüstwagen der Gattung 1 (RW1) ersetzt. Dieses Fahrzeug wird für viele Jahre durch seine umfangreiche Beladung und vielfältige Einsatzmöglichkeit das Rückrad und eine wichtige Aufgabe für den Löschzug Weidenau sein.

Der Löschzug Weidenau behauptet sich als feste Größe im Verbund der Löschzüge bei der Feuerwehr Siegen. Als drittgrößter Löschzug leisten die Kameraden vielfältige Arbeiten. Auch ist man tätig bei der Ausbildung der Feuerwehrkräfte in den verschiedensten Gebieten. Der bis 1987 im Amt des Löschzugführer tätige Karl Horn begleitete ebenfalls bis zum Dienstende in 1987 das Amt des stellvertretenden Leiters der Feuerwehr Siegen. Zusammen mit dem damaligen Leiter der Feuerwehr Josef Ebertz wurden die Weichen für die noch heute schlagkräftige Feuerwehr Siegen gestellt.

Auch überörtlich im erwähnten Katastrophenschutz ist man eine feste Größe.

In regelmäßigen Abständen finden bis in die neunziger Jahre Übungen mit Weitereren Einheiten

statt. Eine eigens für diese angelegte Ausbildungsstätte mit Übungsgelände in Ahrweiler

wird mehrmals für ganze Wochenenden genutzt.

Nach Zerfall der bis Anfang der neunziger Jahre bestehenden Weltpolitischen Machtverhältnisse verliert sich jedoch die Aufgabe des Katastrophenschutzes Zusehens.

Ab Mitte der neunziger Jahre beginnen Veränderungen in den Rahmenbedingen der Feuerwehr Siegen. Man beginnt weitsichtig in die Zukunft zu planen. Es müssen Brandschutzbedarfspläne erstellt werden. Man versucht,den aktuellen Stand auf den Prüfstand für das anstehende 2te Jahrtausend zu stellen. Ergebnisse für den Löschzug Weidenau sind ein Umbau des Gerätehauses welches mit seinem Stand aus 1965 nicht mehr den aktuellen Anforderungen in Sicherheit und Technik steht. Das Fahrzeugkonzept wird sich mit den Aufgaben und dem Stand der Technik ändern und in 2011 seine damals im Brandschutzbedarfsplan aufgestellten Zielen erreichen.

 

1998 wird der Umbau nach vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden abgeschlossen. Erfahrungen für die Feuerwehr Siegen sammelte man insofern, dass diese erste ausgeführte Maßnahme bei weiteren Umbauten von Gerätehäusern der Feuerwehr Siegen in der Leistung und Art der Ausführung nicht mehr angewendet wurde.

 

Silvester 1999 feierte der Löschzug Weidenau, genau wie alle anderen Einheiten der Feuerwehr Siegen, im Gerätehaus mit seinen Familien in Einsatzbereitschaft. Man war sich unsicher „was geschieht“ im jetzigen Computerzeitalter und wollte für den Ereignisfall gerüstet sein. Sogar eine elektrische Noteinspeisung wurde für den Ausfall der Stromversorgung ins Gerätehaus eingebaut.

Es geschah jedoch –nichts-als die Datumsanzeigen von 1999 auf 2000 umsprangen. Kein erhöhtes Einsatzaufkommen und alles blieb beim Alten.

 

2001 – Das noch bei der Stadt Hüttental angeschaffte TLF16  und immer noch erstausrückende Einsatzfahrzeug des Löschzug Weidenau wird durch ein LF16/12 ersetzt.

Das LF16/12 war bereits Einsatzerprobt und kam als Umsetzung von den hauptamtlichen Kräften zum Löschzug Weidenau. Durch die verbesserte Ausstattung und die Möglichkeit mit einer Gruppe (9 Mann Einsatzpersonal) auszurücken erhöhte sich die Schlagkraft der Wehr im Ersteinsatz.

 

2002 erneut drehte sich das Fahrzeug Karussell. Der Ende der neunziger Jahre mittlerweile fast zum erliegen gekommene Katastrophenschutz hatte zur Folge, dass die beim Löschzug Weidenau aus den achtziger Jahren stationierten Fahrzeuge nicht mehr vom Bund unterhalten wurden und in den Besitz der Feuerwehr Siegen übergingen. Das LF16 TS war auf Grund der Stationierung des LF16 aus 2001 nicht mehr im Bedarfsplan erhalten und wurde umgesetzt in die Einheit der Löschgruppe Hammerhütte. Als Ersatz wurde ein neues TLF 16/24-Tr im Löschzug stationiert. So hatte man mit 2400 Liter Löschwassertank wieder einen Wasserträger im Standort. Jetzt erreichte man zusammen mit dem LF16/12 welches einen nicht normmäßigen Löschwassertank von 1600 Litern besaß, einen beim Ausrücken mitgeführten Löschwasservorrat von 4000 Litern.

 

Im Herbst 2002 feiert der Löschzug sein 125jähriges Jubiläum mit einem Rahmenprogramm in der Bismarckhalle und rund um das Gerätehaus im Stockweg.

2004 –  Wieder verändert sich die Fahrzeugzusammenstellung des Löschzuges. Die Ära von Tragkraftspritzenfahrzeugen (TSF) bei der Feuerwehr Siegen und des Löschzug Weidenau neigt sich dem Ende entgegen. Als Ersatz wird dem Löschzug ein Einsatzleitfahrzeug (ELW  1) zugeteilt.

Diese Fahrzeuge heben den Status eines Löschzuges heraus. Sie dienen der Einheit zur Koordination von Einsätzen ab einer bestimmten Größe.

Ab 2004 lebt auch wieder die überörtliche Ausbildung im Löschzug auf. Erstmals fährt der Löschzug zu einem Übungswochenende auf das Übungsgelände der Landesfeuerwehrschule in Münster.

Wiederholungen dieser Ausbildungswochenenden finden in 2006 und 2008 statt. In 2011 verlegte man diese Veranstaltung auf das Ausbildungsgelände der Werksfeuerwehr Bayer in Bergkamen.

 

Die Einheit zeigt sich weiter schlagkräftig, im Durchschnitt rückt der Löschzug zu 100 Einsätzen im Jahr aus. Jedoch der Leistungsdruck macht auch hier nicht halt. Professionalität, Schnelligkeit sind gefragt. Die Gesellschaft entwickelt sich in eine Richtung von „alles ist möglich und muss zu jeder Zeit abrufbar sein“. Wie das jedoch umsetzbar ist, wird nicht hinterfragt. Dass diese Leistungen ehrenamtlich geleistet werden, muss erst wieder in das Bewusstsein der Leute gerufen werden. So zeigt sich dieses auch in den Mitgliederzahlen des Löschzuges, jedoch aber auch bei der ganzen Feuerwehr Siegen. Bei einer Anzahl um die 40 Einsatzkräften stagnieren die Mitgliederzahlen. Sowohl in der Wehr, als auch in der Wehrführung , in der seit 2007 wieder  nach zwanzig Jahren ein Löschzugführer des Löschzuges Weidenau als stellvertretender Leiter der Feuerwehr angehört, werden zu diesen Thema Programme entwickelt, die erst in der Zukunft noch ihre Wirkung zeigen werden. So wiederholt sich die Geschichte, wo wie im Teil 1 der Chronik bereits erwähnt, von einem Aufruf der Weidenauer Bevölkerung zu Teilnahme an der Feuerwehr die Rede war.

 

In 2011 wird der Brandschutzbedarfsplan der Feuerwehr Siegen mit der Übernahme des LF24 vollständig vollzogen. Das in 2001 übernommene LF16/12 wird bei der Feuerwehr Siegen und somit aus seinem letzten Standort beim Löschzug Weidenau ausgemustert. Ebenfalls die damalige Bundesbeschaffung des Rüstwagens hat kurze Zeit später ausgedient.

Das LF24 vereinigt nun beides und ist somit mal wieder ein der Zeit angepasstes Einsatzmittel für die Fortsetzung der erfolgreichen Geschichte des Löschzuges.

Lieber Leser – Sicherlich weist die Chronik in vielen Dingen noch Lücken auf! Hier fehlt uns einiges Wissen, bei dem wir Sie bitten, uns wenn möglich mit Bildern, Dokumenten und Erzählungen zu unterstützen. Die Dinge die wir noch wissen, werden wir in Zukunft für Sie aufarbeiten und in die Chronik ein pflegen. So lohnt es sich in Zukunft also immer wieder mal in unserer Interseite  zu schauen ob es was Neues gibt.


Bilder: Foto-Loos, Siegen-Weidenau, alle Rechte vorbehalten ;Privatarchiv D.Seelbach-Lz. Weidenau; Der Fa. Foto-Loos gilt ein persönlicher Dank für die Erlaubnis, die Bilder nutzen zu dürfen. (www.foto-loos.de)