Pkw stoßen frontal zusammen, Gefahrgut läuft aus – Löschzug Weidenau übt unter realistischen Bedingungen mit mehreren Abschnitten

Siegen (Eiserfeld) – Schnell noch das Spülmaschinen Konzentrat ausliefern und dann ab nach Hause, dachte sich eine Reinigungsfachkraft kurz vor Feierabend und lud schnell noch drei Kanister Spülmaschinen Konzentrat in ihren Pkw. Doch dann kam alles anders. Denn auf dem Heimweg bemerkte die Fahrerin, dass einer der Kanister umgefallen war und auslief. Sie versucht während der Fahrt den undichten Kanister zuzudrehen, dabei läuft ihr das ätzende Konzentrat über die Arme und verätzt diese.

Über diese Tour verliert die Reinigungsfachkraft auch die Kontrolle über ihren Pkw und es kommt zum Zusammenstoß mit einem weiteren Pkw. Beide Pkw kommen einige Meter voneinander entfernt zum stehen. Während die Reinigungsfachkraft neben den Verätzungen am Arm lediglich einen Schock erleidet und noch immer mit dem abdichten der Kanister beschäftigt ist, wird die Fahrerin des zweiten am Unfall beteiligten Pkw im Fahrzeug eingeklemmt und kann sich nicht mehr selbstständig befreien. Sie klagt über Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule sowie über Rücken- und Knieschmerzen. Die Patientin ist Wach- und Ansprechbar, Kreislaufstabil, steht jedoch zusätzlich unter Schock und berichtet darüber, dass der gegnerische Pkw einfach weitergefahren ist, da aber niemand drin gesessen habe. Der Pkw sei ohne Fahrer unterwegs gewesen.

Durch weitere Erkundungen  bemerkt der ersteintreffende Gruppenführer, dass hier noch irgendwo ein zweiter Pkw stehen muss. Dieser wird auch schnell gefunden. Als die Fahrerin (die Reinigungsfachkraft) die Feuerwehrleute entdeckt, steigt sie aus ihrem Pkw aus und berichtet über ihr Missgeschick. Dabei drückt sie dem erkundenden Trupp oder Gruppenführer noch schnell die Datenblätter von ihrem Spülmaschinen Konzentrat in die Hand. Spätestens jetzt erkennen die Einsatzkräfte, dass es sich um eine Einsatzlage mit auslaufendem Gefahrgut handelt, sichern die Einsatzstelle ab und bauen eine Notdekontamination auf. Bis das diese aufgebaut ist, kümmert sich der vorgehende Angriffstrupp um die Pkw-Fahrerin (Reinigungsfachkraft) und versucht Erste Hilfe zu leisten und sie zu betreuen.

Parallel dazu wird auch die zweite, eingeklemmte Pkw-Fahrerin, aufwändig und schonend aus ihrem Fahrzeug gerettet.

Da zum Zeitpunkt des Unfalls, aufgrund einer MANV-Lage in der Siegener Innenstadt  kein Rettungsdienst zur Verfügung steht, müssen beide verletzten Personen durch die Feuerwehr erstversorgt und anschließend betreut werden.

Für diese Einsatzübung werden insgesamt drei Einsatzabschnitte gebildet

  • „Techn. Rettung“ (Patientenschonende Rettung der eingeklemmten Person)
  • „GAMS“ (Absichern der Gefahrgutlage und einrichten der Notdekontamination)
  • „Verletztensammelstelle“ (Betreuen und erstversorgen der Patienten)

Nachdem die Verletzten Fahrzeuginsassen gerettet und entsprechend dekontaminiert und Erstversorgt worden sind, gibt es vor Ort noch eine kleine Nachbesprechung der Übung. Zum Abschluss gilt ein ganz großes Dankeschön an die Firma Schneider & Eckhard, die der Feuerwehr die Unfallfahrzeuge zur Verfügung gestellt hat und an die Verletzten Darsteller die, die Einsatzübung sehr realistisch ablaufen ließen.

 

Weitere Informationen:

Übungsort: Firma Schneider & Eckhard

Eiserntalstraße 221 – 57080 Siegen

Übungsteilnehmer: Löschzug Weidenau
Übungsinhalte: –        Techn. Rettung, VU mit eingeklemmter Person

–        Erkennen einer Gefahrgut-Lage (GAMS-Lage)

–        Einrichten einer Verletztensammelstelle

–        Führen des Einsatzes über den ELW

Zugführer / Einsatzleiter:  
Sonstige Informationen: Vielen Dank an die Verletzten Darsteller für ihren Einsatz und Danke an die Firma Schneider & Eckhard für die Bereitstellung der Unfallfahrzeuge und des Übungsgeländes.

 

Text:   Jörg Büdenbender   |   Fotos: Christine Loth

21. Mai 2018 | Publiziert in: Übungen | Kommentarbereich geschlossen

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